Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Prüfet alles
und das Gute behaltet.

Paulus: 1. Thess 5,2

Spiritualität

Männer suchen Sinn, Gemeinschaft und nach einer selbst bestimmten Form von Spiritualität. Dazu gibt es unterschiedliche Zugänge. Das Männerforum entwickelt Formen, die diese Lebenswirklichkeit widerspiegelt.

Viele Männer sind gern in der Natur und erleben dort eine spirituelle Dimension. Unsere schöpfungsbasierten Angebote wie Pilgern, unsere christliche Visionssuche, das Labyrinth oder die Nacht des Feuers greifen dies auf.

Pilgern

Pilgern heißt:

den Alltag hinter sich lassen, sich auf das Wesentliche beschränken, das Lebenstempo verlangsamen, durch die Feldmark wandern, die Natur hautnah erfahren, Wind und Wetter unmittelbar erleben die Gedankenflut auslaufen lassen, sich öffnen für die Ruhe, den Gleichklang, das Unerwartete, neue - spirituelle - Wege beschreiten, die Seele baumeln lassen, im Schweigen und im Gebet die Begegnung mit Gott suchen, mit anderen Männern gemeinsam unterwegs sein, sich zuhören, sich Aufmerksamkeit schenken, für ein paar Tage Weggefährten sein, unterwegs sein und ankommen, Kirchen als Orte der Ruhe, der Begegnung und der Feier erfahren, Sorge tragen für das Lebensnotwendige, für sich und für die Gemeinschaft.

Pilgerwege finden in der Regel einmal im Jahr statt. 

Alle Veranstaltungen im Überblick finden Sie hier.

Visionssuche

Christliche Visionssuche - Im Dialog mit der Schöpfung

Die Visionssuche ist ein uraltes Ritual, das gleichsam eine spirituelle Urerfahrung der Menschheit aufnimmt. Dieser Weg der (Selbst-)Erkenntnis war schon en Männern und Frauen der Bibel bekannt und hat sich in der indianischen Tradition aber auch im asiatischen Kulturraum als eine Form der Initiation oder der spirituellen Übung bis heute erhalten. Spuren davon finden sich in vielen Religionen und Kulturen.

Von Alters her haben Menschen nach Orten in der Einsamkeit der Wildnis, in der Wüsten und auf den Bergen gesucht, an denen die heilenden Kräfte in der tiefe Verbundenheit mit dem großen Ganzen, mit Gott, zu spüren sind.

Den nordamerikanischen Indianern gebührt unser Dank dafür, dass sie dieses Ritual für uns (und für alle Menschen) lebendig gehalten haben. Von dort haben wir es neu gelernt und für unsere Tradition "zurück"übersetzt, so dass wir nun eine christliche Visionssuche anbieten können.

Christliche Traditionen

Immer wieder wird in der Bibel berichtet, dass Männer und Frauen des Glaubens in die Einsamkeit der Wildnis gegangen sind, um Gott zu begegnen und um Visionen zu erlangen.

Im Markus Evangelium ist kurz und knapp zu lesen: Jesus geht zu Johannes, dem wilden Glaubensmann, und lässt sich in einem Fluss, dem Jordan von ihm taufen. Danach verbringt er 40 Tage und 40 Nächte fastend in der Wüste. Nur die wilden Tiere und die Engel Gottes begleiten ihn. Erst danach beginnt er mit seinem öffentlichen Wirken. Dies ist quasi der Archetyp der christlichen Visionssuche.

Die Wüstenväter und die Einsiedler nahmen etwas von dieser Tradition auf. Heute finden wir noch Reste davon in den modernen Pilgerwegen.

Labyrinth

Labyrinthe sind Abbild des menschlichen Lebensweges mit seinen oft unerwarteten Wendungen. Der Weg zur Mitte symbolisiert den Weg in unsere Tiefe, zum Urgrund unserer Seele.
Labyrinthe sind eins der ältesten Menschheitssymbole und hatten ursprünglich ihren festen Platz im spirituellen Ritus der jeweiligen Gemeinschaft. In und um das Labyrinth herum fanden Zeremonien (z. B. Initiationen), Feste und Feiern mit Spiel und Tanz statt.
Ab dem 4. Jahrhundert hielten Labyrinthe Einzug in christliche Kirchen. Als Buß-, Pilger- oder Meditationsweg verstanden, befanden sie sich zumeist im Eingangsbereich vieler Kirchen. Das wohl bekannteste ist das Labyrinth in der Kathedrale von Chartre.

Labyrinthe haben nur einen Eingang. Innerhalb einer äußeren Begrenzung (klassisch: Kreis oder Quadrat) läuft ein mäandernder, sich immer wieder wendender Weg ohne Kreuzungen und Abzweigungen zur Mitte. Nur auf demselben Weg kann das Labyrinth wieder verlassen werden. Es muss sich dabei nicht um eine geometrische Figur handeln.

Ein Labyrinth ist kein Irrgarten

Ein Labyrinth zu bauen heißt, phantasievoll kreativ, planerisch und handfest zupackend einen Ort zu gestalten, einen begehbaren spirituellen Raum zu schaffen.

Der Ort

Am Margarethenhof bei Bad Malente hat uns der Landwirt David Wilkens ein Stück Weideland (Pachtland der Kirchengemeinde Malente) überlassen. Es liegt in einer Mulde am Rande eines kleinen Buchenhains. Vom Bahnhof aus ist dieser Ort gut über einen Wanderweg zu erreichen.

Unser Angebot

Wir führen gemeinsam für und mit euch ein Ritual für eure Gruppe am Labyrinth in Malente durch. Oder bauen ein Labyrinth an einem Ort eurer Wahl, z.B. aus Sägespänen, Kerzen, o.ä. und führen dort ein selbstgestaltetes Ritual mit euch durch.
(Kosten auf Anfrage)

Das Labyrinthprojekt

40 Männer und 4 Kinder erbauten Himmelfahrt 2005 aus fast 1000 Feldsteinen in nicht einmal 3 Stunden das Labyrinth der Männer .
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Nacht des Feuers

Nacht des Feuers

Wenn Jungen vom Jugendlichen zum Mann heranwachsen und beginnen, ihre eigenen Wege ins Leben zu gehen, ist dies ein guter Grund, sie symbolisch zu entlassen, ihren Wandel mit kraftvollen Ritualen zu unterstützen und die jungen Männer willkommen zu heißen.

Die „Nacht des Feuers“ ist ein Erfahrungsraum, in dem sich für die Jungen und die Älteren gemeinsam Erlebtes verdichtet und neue Gestalt annehmen kann. Sie wird als Ritualkreislauf gestaltet (sich vergewissern, loslassen, Kräfte erproben, Weisheit gewinnen, das Leben feiern), in dem das Märchen vom Eisenhans den roten Faden bildet und die Landschaft am Dieksee den Rahmen.

Die Jungen und ihre Begleiter werden sich auf eine nicht alltägliche Weise begegnen und miteinander ins Gespräch zukommen, nicht um Asche zu hüten, sondern um das Feuer weiterzugeben. 

Zeitweise sind die Jungen und die Älteren auf getrennten Wegen unterwegs, manchmal ist jeder für sich allein, dann wieder unterstützen die Älteren die Jungen bei ihren Aufgaben, zum Schluss feiern alle gemeinsam am Feuer. Die meiste Zeit verbringen wir in der Natur.

Nächster Termin

... aktuelle Daten gibt es hier

 

Daneben gibt es klassische kontemplative Wege wie das Herzensgebet, die Glaubensperlen usw., die bei Männern und Frauen immer mehr Anhänger finden. Diese Wege sind nicht explizite Männerwege. Aber es ist eine besondere Erfahrung, solche Wege nur mit Männern zu gehen. Es ist eine andere „Energie“, wenn nur Männer meditieren oder Körperübungen machen. Nicht besser, aber anders, und eine Erfahrung wert.

Angebote, die speziell für Männer sind, finden sich bei den Veranstaltungen.